Im mährischen Zlin schuf der Schuster Tomas Batá in den 20er Jahren die einzige ideale Industriestadt der Welt, die jemals verwirklicht wurde. Die Stadt gilt mit ihren funktionalistischen Grundstrukturen als Muster der Industriestädte des 20. Jahrhunderts. Nach den Blaupausen der Pläne dieser Stadt wurden 34 Städte auf allen Kontinenten errichtet.
Le Corbusier sah in ihr die Traumstadt seiner Idee der Funktionellen Stadt, in der Arbeiten, Wohnen, Verkehr und Freizeit die funktionelle Grundstruktur der Stadt bilden. Die Schuhstädte Bata´s konnten funktionieren, weil ihr Zweck - die Produktion von Schuhen - allem anderen übergeordnet wurde.
Die Strukturen Zlins, nach 1945 auf andere Städte übertragen, bewirkte eine völligen Zersiedelung der innerstädtischen Bereiche. Nichtfunktionelle, nicht rationalisierte Bereiche, in denen zufällige Begegnungen passieren konnten, waren unerwünscht. Le Corbusier bezeichnete dies in seinen Erinnerungen als die vergessene 5.Funktion.
Der von Tomas Batá gegründete Bata-Konzern ist heute der größte Schuherzeuger der Welt.
Nach dem 2.Weltkrieg wurde die Geschäftszentrale in Kanada aufgebaut.
Zlin ist ein Denkmal einer Vision der funktionalistischen Stadt, einer Architektur die einen besseren, neuen Menschen
schaffen soll, einer gelebten Utopie eines gebauten Gedankens, der Moderne an sich und ein leidenschaftliches Plädoyer
für Idee und Sache und gegen Ideologie, Dogma und Spekulation.
ZLIN-Die gelebte Utopie 2010| Dokumentarfilm | A:S16mm K:Digibeta, HDTV | 78 / 52 min
Regie: Alexander Binder
Buch: Alexander Binder, Stefan Hafner
Kamera : Alexander Binder
Producer: Elke Kratzer